Personalien prägen das Auf und Ab der BTU

Das spezifische Element im abgelaufenen Jahr war die Art und Weise, wie eine interne Personalie die Arbeit und Produktivität der Berliner Triathlon bestimmt hat. Dass Personalien den Arbeitsablauf stark prägen, ist an sich nicht neu, die Dimension des Phänomens hatte aber doch eine neue Qualität, leider mit stark negativem Vorzeichen. Die im Bericht 2001 für dieses Jahr 2002 ins Auge gefasste deutliche Annäherung an den Brandenburg-ischen Verband fiel zurück, weil die o.a. internen Querelen einfach Energien vergeudeten. Man muß sich aber auch mit der Erkenntnis abfinden, daß die Bereitschaft zur Veränderung beim Nachbarn nicht so ausgeprägt ist. Immerhin gab es aber den einen oder anderen kleinen Fortschritt . . . . der eben ganz oft eine Schnecke ist.

Zuverlässig und angenehm: Der LSB Der LSB ist immer da, wenn man ihn braucht. Die zuständigen Herren Groger, Stelse, Bandoly und Listing arbeiten schnell und präzise, auch mit der beim Umgang mit öffentlichen Geldern (DKLB u.a.) erforderlichen Pingeligkeit. Daß einige Zuschuß-töpfe in 2002 verkleinert werden mussten (ÜL-Zuschüsse, VT-Zuschuß), lag am politischen Senat. Und dieser Prozeß der schrittweisen Reduzierung ist angesichts der desolaten Berliner Haushaltslage noch lange nicht zu Ende, damit müssen wir uns abfinden. Die Einzelheiten zu den LSB-Zuschüssen entnehme man bitte dem Bericht des Schatz-meisters Im November dann wurde ich aufgrund einer schriftlichen ‚Anzeige’ von N. S. (‚Pro Forma Geschäftsführer / verdeckte Zahlungen’) zum LSB zitiert, wo ich den Herren Groger und Listing gegenübersaß. Auch diese Unterredung verlief trotz des unerfreulichen Themas angenehm, der Anlaß hat aber zweifellos das Ansehen des Verbandes erheblich geschädigt. Der gesamte Vorgang ist in info 6/02 dargestellt. Es war nicht schwer, nach der sachlichen Widerlegung anhand zweier Daten – 18. 9. Abwahl des Pressewarts S. durch den a.o. Verbandstag und 4. 10. Brief von S. an den LSB – das Ganze als plumpe Revanchehandlung bloßzu-stellen. Wie wir der bei diesem Vorgang zutage getretenen Amtsanmaßung begegnen sollen, ist mir gegen-wärtig noch nicht klar: S., obwohl am 18. 9. abgewählt, bezeichnet sich im Anhang des Briefes vom 4. 10. als BTU-Pressewart und bringt im Oktober unter ‚Berliner Triathlon Union’ die 5. Ausgabe seines Info-Magazins heraus. Am 12. Dezember gelang es S., seine ‚Anzeige’ beim LSB noch zu toppen: Vize Jochen Hintze und ich erhielten vom ‚Polizeipräsidenten in Berlin’ eine Anzeige wegen Betrugs. S. schreckt vor keiner Schweinerei zurück. Die Erkenntnis aus diesem Vorfall kann nur sein, nie wieder jemanden ins Präsidium zu wählen, den keiner kennt, der noch nicht einmal auf der Vereinsebene auch nur eine Spore verdient hat.

Normalisiert: Das Verhältnis zur DTU: Dank der am 25. Januar auf dem Verbandstag beschlossenen Umlage konnten die aus 2001 resultierenden Schulden an die DTU (5000 DM für 200 Pässe) beglichen werden. Alle Zahlungs - verpflichtungen 2002 für 434 Pässe und Beitrag für 636 Mitglieder (à 3 €) wurden in vier Raten eingelöst. Eine fünfte beinhaltete - erstmals seit vielen Jahren – auch eine Abrechnung über Veranstalterabgaben und Tageslizenzen. Am 28. November wurden hierfür 2180 € an die DTU überwiesen. Mir liegt sehr daran, dass die BTU innerhalb der Gruppe der 16 Landesverbände keinen Sonder-status beansprucht. Wir können von unseren 21 Mitgliedsvereinen keine Zahlungs- und Verhaltens-disziplin erwarten, wenn wir sie – nach oben sozusagen – selbst nicht ausüben! Beim DTU-Verbandstag in Würzburg war der Berliner Verband vertreten. Mit seinem kleinen Stimmenpotenzial (7; Bayern als größter Verband über 80) konnte er Wahlen und Abstimmungen naturgemäß nur wenig beeinflussen, dennoch entstand nicht das Gefühl, untergepflügt zu werden. Der wieder gewählte Präsident Dr. Müller-Ott zeigte sich gegenüber den Fusionsplänen von Berlin und Brandenburg sehr aufgeschlossen und hat sich über ein Telefonat mit BTB-Chef Jörg Dierich aktiv in den Prozeß eingeschaltet.

Fast nur Licht bei den Vereinen: Abgesehen von dem S.-Skandal, der natür-lich auch einen schweren Schatten auf seinen Verein TriTeam Berlin wirft und der Weigerung eines Veranstaltervereins, Tageslizenzgebühren zu zahlen, gab es mit den verbleibenden 19 Mitglie-dern so gut wie keine Probleme, im Gegenteil: Der solidarische Akt der Finanzhilfe in Form der 5-€-pro-Kopf-Umlage hat uns zu Schuldenfreiheit und am Jahresende sogar zu einem kleinen Plus in der Kasse verholfen. Dafür auch an dieser Stelle an alle BTU-Vereine noch einmal ein großes Dankeschön! Und sogar eine Berliner Dauerwunde scheint sich langsam zu schließen: Die Zahl der Wettkampf-veranstaltungen hat gegenüber 2001 spürbar zugenommen. Und dann gab es in 2002 ja auch wieder einen BerlinMan – die 6. Auflage seit 1992 – der alle anderen Veranstaltungen in jeder Beziehung überstrahlte. An Sven Alex und Co. ein ausdrückliches DANKE. Wir werden über all dem nicht euphorisch, werten aber die Zeichen. Die Teilnahme an der wichtigsten Berliner Meister-schaft hat deutlich zugenommen. Über die Kurz-strecke in Werbellinsee kamen 60 BTU-Päßler in die Wertung, a l l e AK-Treppchenplätze bei den Männern waren besetzt. Ob es am schönen Wetter, an der beliebten Gegend oder der Wettkampftradition lag, ist schwer zu beurteilen, jedenfalls waren es fast doppelt so viele wie im Jahr zuvor in Stendal. Bezüglich der Einzelheiten verweise ich auf den Bericht des Sportwarts.

Unrunde Liga-Saison: Die achte Liga-Saison im Osten brachte bei den Männern einen mit vier Siegen überlegenen Ge-samterfolg von Sisu und damit für 2003 den Aufstieg in die 1. Bundesliga. Dort wird Sisu allerdings nur bestehen können, wenn man sich noch mit zwei, drei Mann verstärkt. Hauptkonkurrent BSV Friesen wurde im und nach dem 4. Wettkampf – ausgerechnet noch da, wo man in Mariendorf selbst Gastgeber war – wegen eines formalen Patzers vom Ligaausschuß so in den Orkus gestürzt, dass er statt auf Platz 2 am Ende auf 10 lag. Dazu kam eine finanzielle Gesamtstrafe von über 400 €. Der Vorgang wurde im BTU-Info 5 dargestellt und kommentiert und überschattete das Gesamtbild ‚Liga 2002’ erheblich. Die Mastersliga wurde aus meiner Sicht dadurch entwertet, dass zu viele BTU-Vereine fehlten, die durchaus das sportliche Potenzial für eine vordere oder mittlere Platzierung gehabt hätten: LTC, SCC, Wasserratten, A3K und TriFinisher. So nahmen überhaupt nur sieben Vereine die Auseinander-setzung auf. Neukölln schrammte gegen den USV Halle ganz dicht am Erstplatz vorbei, glänzte vor allem bei den Mannschaftswettbewerben. Das TriTeam bot Blamables: Im 2. Wettkampf (Erfurt) ein Athlet am Start, im 3. keiner, im 4. , der Staffel, einer zu wenig, also keine Wertung. Vielleicht kommen 2003 wieder mehr Teams, wenn die hohe Hürde ‚Pflichtfrau’ entfällt.

Zarte Hoffnungen: Nach etwa drei Jahren als Verbandstrainer trug die Arbeit von Stephan Schaumburg erste größere Früchte. Ein Dritt- und ein Viertplatz bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in der Jugend-B-Kategorie lassen Hoffnung aufkeimen. Aneka Gohlke und Tobias Dilling, beide vom Jahrgang 87, sind Anfang Dezember sogar in den nationa-len D/C-Kader berufen worden. Sisus Carsten Birkholz erhielt die gleiche Ehre im Sommer, als er für die DTU bei den Europamei-sterschaften im Duathlon eingesetzt wurde.

Herantasten an den BTB: Nach 12 Jahren als Präsident der Brandenburger Triathleten kandidierte C. Homagk beim Verbands-tag im März nicht mehr. Dies ermöglichte eine Annäherung an die Nachbarn. Der zunächst zum Vize gewählte, dann zum Vorsitzenden bestellte Cottbuser Jörg Dierich steht einem Zusammenge-hen positiv gegenüber. Das brachte er jedenfalls beim außerordentlichen Verbandstag der BTU am 18. September mit einem Ehevergleich zum Aus-druck. Der als Motor der Fusion des ‚Landes-verbandes Pferdesport Berlin-Brandenburg’ eben-falls geladene Dietrich Fritsch stellte seine wichtigsten Erfahrungen vor und nach seinem Motto: ‚Der Sport ist bei einer Fusion der Gewinner’ votierten die Berliner Delegierten ohne Gegenstimme für eine Fusion mit dem BTB. Diese Eindeutigkeit der ‚Basis’ hat mich sehr beeindruckt . . . die Brandenburger weniger, denn als am 9. 11. während und nach der gemeinsamen Terminbörse in Potsdam Nägel mit Köpfen gemacht werden sollten, kamen nur zwei kleine Stifte heraus: - die Berliner Wettkämpfe werden chrono-logisch in den BTB-Kalender integriert und - ab Heft 1/03 gibt es eine regelmäßige vierseitige Beilage des Nachbarn im BTU-Info. Zu den angedachten gemeinsamen Meisterschaf-ten („Bindestrich-Meisterschaften“) konnten sich die über die Vergabe befindenden Vereinsvertre-ter (!) nicht aufraffen, nicht einmal da, wo es bis-lang gar keinen BTB-Titelkampf gab (Staffel, Team). Dennoch wird im nächsten Jahr der Berliner Meister wissen, ob er besser oder eben schlechter als der Brandenburger Meister ist: Fast alle Titelkämpfe sind zur selben Zeit am selben Ort. Knackpunkt wird der BTB-Verbandstag am 8. März 2003 in Märkisch-Heide sein, wo den Delegierten die gleiche Frage zur Abstimmung vorgelegt werden wird wie den Berlinern am 18. September 2002. So oder so: Nach Auflösung und Neugründung des Berliner Verbandes in 2001 und dem Sie-belds´schen Dauerärger in 2002 wäre ein ruhigeres 2003 nicht schlecht.

Gerd Schmidl, Präsident BTU