Gelungene Premiere bei der 10. Auflage des BerlinMan-Triathlon am und im Strandbad Wannsee. Erstmalig hatten sich die Organisatoren von den Weltraumjoggern für eine Durchführung von Sprint- und Mitteltriathlon an zwei Tagen entschieden. So durften am Samstag zuerst die über 600  Sprint- und Jedermenschtriathleten (0,75 – 24 – 5) die neuen Strecken in Angriff nehmen inklusive  Deutschlands härtester Wechselzone mit 98 Stufen nach dem Schwimmen, bevor am Sonntag  die Mitteldistanz (2,2 – 90 – 20) auf dem Programm stand. Dabei wurden gleichzeitig die Berlin-Brandenburger Meisterinnen und Meister gesucht.
Grandke und Schabram siegen im Sprint

Eine beeindruckende Leistung lieferte der Ex-Berliner Thorsten Grandke (TriFinish Münster)  im Sprintrennen ab.  Mit einer Zeit von 1:07:43 h konnte der Titelverteidiger über die Mitteldistanz  dem zweitplatzierten BTU-Sportwart Robert Scheibe (TVB09) über zwei Minuten abnehmen. Scheibe finishte in 1:09:53 h auf dem Silberrang. Bronze ging an Ian Manthey (1:11:10 h) vom TuS Neukölln.

Bei den Frauen gab es einen Doppelsieg für den TuS Neukölln. Mit 1:25:41 h sicherte sich Sonja Schabram den Sieg vor ihrer Vereinskameradin Elke Schönhardt in 1:26:14 h. Den Bronzerang ersprintete sich Pamela Stephan-Delitz (LTC Berlin)  in 1:26:41 h.

Siege an Daniel Gebert und Julia Leenders

Die größte Triathlonveranstaltung im Raum Berlin-Brandenburg erreichte am Sonntag  ihren sportlichen Höhepunkt: Die Mitteldistanz mit 2,2 km Schwimmen, 90 km Radfahren und 20 km Laufen für Männer und Frauen stand an. Um acht Uhr morgens fiel der Startschuss im Strandbad Wannsee, wo fast 500 Triathleten einen langen Tag bei optimalen äußeren Bedingungen in Angriff nahmen. Schnellster bei den Männern wurde der für den 3athlon WVC Kassel Geraer Daniel Gebert in 4:05:16 h. Mit der schnellsten Schwimm- und Laufzeit konnte  er den ehemaligen Langdistanz-Europameister Jens Koefoed (4:11:26 h) aus Dänemark auf den zweiten Platz verweisen. Auf dem dritten Rang landete mit einer Gesamtzweit von 4:12:02 h Christian Hoffmann (LTC Berlin), der sich damit den Berlin-Brandenburgischen Meistertitel sicherte . Silber ging an seinen Teamkollegen Martin Hackman in 4:14:30 h vor Gerrit Wegner (TuS Neukölln) in 4:15:15 h.

„Das war eine ganz neue Erfahrung für mich, es war meine erste Mitteldistanz“ so Julia Leenders (LTC Berlin) nach dem Rennen. Einen kleinen Schock habe sie zwischendurch gehabt, als ihr Fahrradlenker wegen eines Defekts nach vorn klappte. Aber selbst das konnte die Berlinerin nicht aufhalten: „Die letzten Radrunden waren etwas schwierig, aber das Schwimmen war super. Das Laufen war ganz schön hart hinten drauf, weil ich’s einfach nicht gewohnt bin. Normalerweise lauf’ ich so zehn Kilometer. Und in der dritten Runde habe ich das ganz schön gemerkt“ sagte die sympathische Überraschungssiegerin. Mit einer Gesamtzeit von 4:43:03 h und Gesamtplatz 24 sicherte sie sichgden Sieg bei den Damen. Silber ging nach 4:49:17 h an Evi Neuscheler (SCC Berlin Triathlon) vor Antje Ungewickell vom LTC Berlin in 5:01:52 h.

„Und die Stimmung war super! Beim Laufen standen so viele Leute an der Strecke, die uns angefeuert haben. Und ich kann nur sagen: Eine super Organisation!“, so Leenders.

Auch Christian „Hoffi“ Hoffmann war begeistert von der Stimmung an der Strecke; „In den letzten Jahren waren nie so viele Leute da, weil es immer geschüttet hat. Ich fand’s toll“ Der frischgebackene Berlin-Brandenburgische Meister hatte ein optimales Rennen hingelegt: „Das Radfahren war super, das Laufen war super, es hat alles geklappt.“

Gerrit Wegener, Fünfter beim BerlinMan, war weniger euphorisch:„Es war ziemlich heiß heute und ich habe ein bisschen zu wenig Radfahren und Schwimmen trainiert.“ Dafür konnte sich Wegeners Leistung aber sehen lassen – „so vier Stunden zwanzig“ habe er für die Strecke gebraucht. Gefragt, was Triathlon für ihn ausmache, lachte Wegener: „Das frage ich mich auch gerade,“ sagte dann aber: „Beim Training ist es einfach schön draußen zu sein. Man bekommt ein gutes Körpergefühl, spürt was man kann und was man nicht kann und abends ist es auch ganz schön, nicht nur vom Schreibtisch, sondern auch in den Beinen müde zu sein.“

So positiv das Wetter für die Stimmung war, es hatte nicht nur positive Konsequenzen. Mehr Athleten als sonst mussten das Rennen vorzeitig beenden. Allein acht Starter aus den Top 20 nach dem Radfahren beendeten das Rennen vorzeitig. Jan Diekow war einer der Aussteiger, allerdings hatte er Muskelprobleme im Oberschenkel. „Ich wollte jetzt hier nicht aufs Ganze gehen. Ich bin noch für Hawaii am 9. Oktober qualifiziert.“ Hawaii ist das nächste große Ziel vieler Triathleten, die beim BerlinMan unterwegs waren.

Bei der elften Ausgabe des BerlinMan sind sicher auch wieder einige der Athleten von heute dabei. Sportliche Höchstleistungen, gute Stimmung und die einmalige Kulisse von Europas größtem Binnenstrandbad  – der BerlinMan um das Strandbad Wannsee war eine rundum gelungene Veranstaltung.