[24.10.2020] Nach Kona, ist vor Kona! Dies dachte sich wohl Bernd-Rüdiger Worm (A3K-Berlin) und holte sich 356 Tage vor dem Ironman Hawaii 2020 den Quali-Slot beim Ironman 70.3 Shanghai. Er ist damit nach Christoph Peitz und Dominik Rueß bereits der dritte Berliner der sich für das nächste Jahr qualifiziert hat. Herzlichen Glückwunsch!
 

Wir hatten Bernd gebeten uns kurz zu beschreiben wie er den Wettkampf erlebt hat und wieso sein Wahl auf dieses Event gefallen ist. Seine Antwort war so gut, dass wir diese einfach angehängt haben:

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Grundsätzlich legt meine Frau fest wohin sie gerne verreisen möchte und ich muss dann sehen ob dort ein interessantes Rennen stattfindet. Das ist der Preis meines zeitaufwendigen Hobbys. Bei Shanghai fiel es mir aber besonders leicht, da ich von dem Rennen schon sehr viel Gutes gehört hatte und es die Möglichkeit bietet einen Kona-Slot zu bekommen.
 
Nachdem ich 2017 schon in Hawaii war, will ich 2020 dort ein zweites Mal starten und finishen. Shanghai sollte also der erste, frühe Versuch sein dieses Ziel zu erreichen. Der Aufwand ist sicherlich groß und die Konkurrenz, wegen des möglichen Hawaii-Slots nicht klein, aber einen Versuch war es wert.
 
Die Bedingungen dort sind fast optimal. Ruhiger See inmitten eines landschaftlich toll gelegenen Freizeitparks, eine Radstrecke die flach und sehr gut ausgebaut ist und eine asphaltierte Laufstrecke um den See herum. Dazu relativ kurze Wechselzonen. Alles in allem gibt es meiner Meinung nach wenige Rennen die so optimale Bedingungen haben. Die Wahl des Rennens war also schon mal richtig.
 
Der Wettkampf, an einem wettertechnisch optimalen Tag, fing ganz gut an, obwohl ich mir beim Schwimmen doch eine leicht bessere Zeit erhofft hatte. Der Wechsel aufs Rad gelangt mir als schlechtem Wechsler schon fast ideal und der Schnitt bewegt sich recht schnell in Richtung 40 km/h. Flache Strecken sollen sich zwar deutlich besser fahren, haben aber die Eigenart, das man nicht eine Sekunde innehalten kann. Da es nie bergauf geht, geht es auch nie bergab, was bedeutet, dass man keine Gelegenheit findet die Beine ganz kurz zu entspannen. Auch die Tatsache, dass man 99% des Rennens in Aeroposition fährt spürt man später beim Laufen deutlich. Auf der zweiten Runde kam der Wind dann etwas mehr auf, was bei gleichbleibenden Leistungswerten die Geschwindigkeit leicht reduzierte. Der einzige kleine Nachteil der Radstrecke sind die insgesamt 6 U-Turns, aber das lässt sich verschmerzen. Nach einem zweiten guten Wechsel ging es auf die Laufstrecke, die 3 Runden im Park beinhaltete. Nach wie immer zu schnellem Anlaufen hatte ich mich nach ca. 5 km auf ein Tempo eingepegelt, das eine Laufzeit von kurz über 1 Std und 30 min ermöglichen sollte. Obwohl unterwegs mehrere kleinere 'Anflüge' von Krämpfen spürbar wurden, lief alles gut und ich konnte das Tempo mehr oder weniger halten.
 
Nach insgesamt 4:43 h war ich im Ziel und spekulierte zumindest mit einem Podiumsplatz. Das ich meine AK (60-64) mit 18 Minuten Vorsprung auf Platz 2 gewonnen hatte, wurde mir erst 30 min später klar. Somit war mein Ziel, einen Kona-Slot für 2020 zu bekommen, schon im ersten Versuch geglückt. Diese Reise hatte sich gelohnt.
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Vielen Dank Bernd und eine verletzungsfreie Vorbereitung!
Aloha! 
 
 
📷: Bernd-Rüdiger Worm

2019 Shanhai Bernd Swim
Auf Platz 2 in seiner AK (TM60) 
aus dem Wasser (35:23 min) und als Erster aufs Rad.
Bernd-Rüdiger Worm beim Ironman 70.3 Shanghai

2019 Shanhai Bernd Rad
Mit der deutlich schnellsten Radzeit (2:24 h) hämmerte Bernd über die Radstrecke des Ironman 70.3 Shanghai

2019 Shanghai Bernd Lauf
Auch die schnellsten Laufzeit (1:35 h) lieferte Bernd beim Ironman 70.3 Shanghai ab

2019 Shanhai Bernd Ziel
Mit 18 Minuten Vorsprung im Ziel konnte er sich den Slot für 2020 aussuchen (IM WC 70.3 Taupo oder IM WC Kona)