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Sintflutartige Regenfälle mit unzähligen Radstürzen waren die prägenden Eindrücke der diesjährigen Deutschen Triathlon Meisterschaften und gleichzeitig auch Bundesligaauftakt in Darmstadt. Sirene und Blaulicht waren die permanenten Begleiter der Athleten auf der Radstrecke. "Mir war alles egal, ich wollte nur noch heil vom Rad runter" kommentierte ein Teilnehmer seine Renneindrücke.

Das Rennen ging über die Olympische Distanz, was vor allem für Niklas Gärtner und Ian Manthey schon Herausforderung genug war. Für Niklas völliges Neuland, Ian hatte zumindest schon im letzten Jahr mal das Vergnügen. Dominik Kugler, Norman Fenske und Bartosz Smeda komplettierten das Team des TuS Neukölln.

Die erste Aufregung entstand bereits am Tag zuvor, als Niklas sich beim Aktivierungstraining flach legte und sein Schaltauge verbog. Nachdem es bei Richtversuchen mit Zweiteilung reagierte begann Sonnabend um 17.15 Uhr die panische Suche nach Ersatz. No problem – Darmstadt machts möglich! Danke ihr hilfsbereiten Hessen!

Pünktlich zum Veranstaltungsbeginn zog monsunartiger Regen auf. Das Warm up fand zum großen Teil in der überdachten Umkleidekabine statt. Der Schwimmstart erfolgte um 13.15 Uhr vom Ponton. Sehr viele Athleten auf engstem Raum! Das Szenario nach dem Start erinnerte an Piranha-Fütterung. Die Schwimmstrecke war mind. 400m zu lang und das Feld zog sich ungewöhnlich weit auseinander.

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Weit vorne mit dabei war Niklas, der sogar noch vorm Mitfavoriten Jonathan Zipf an Land ging. In der nächsten Gruppe schon mit eineinhalb Minuten Abstand folgten Bartosz, Ian und Dominik. Norman genoss das Bad im Woog noch ein Weilchen länger und hatte weitere eineinhalb Minuten Rückstand.

Auf dem Rad folgte ein Höllenritt für alle Beteiligten. Das Konzept die Überquerung der in Fahrtrichtung verlaufenden Straßenbahnschienen durch Einbau von Schikanen zu entschärfen, ging nicht auf. Der strömende Regen machte es nicht besser! Es dauerte nicht lange und der ca. 5,5km lange Rund-/Wendekurs glich einem Schlachtfeld. Überall Krankenwagen, Sirenen und Blaulicht, die zusätzlich für Gefahrenstellen sorgten. Angehörige und Betreuer standen sichtlich angespannt an der Strecke und beteten, dass ihre Sportler auch in der nächsten Runde noch mit dabei waren.

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Nach knapp der Hälfte der Radstrecke erwischte es zunächst Ian, dessen Radgruppe bei einem Ausweichmanöver für einen Krankenwagen auf die Gegenspur geriet und stürzte. Es spricht für seine Moral, dass er nach überwundenem Schock und mit Schmerzen das Rennen wieder aufnahm. Bei einem ähnlichen Manöver blieb Bartosz zwar im Sattel, aber verlor ebenfalls den Anschluss an seine ursprüngliche Gruppe. Souverän, als hätte er nie was anderes gemacht, behauptete sich Niklas, dessen Gruppe im Rennverlauf auf die Führungsgruppe auffuhr. Er kam schließlich mit allen Favoriten in die Wechselzone und machte sich zu Fuß auf die abschließenden 5 Runden im Park.

Dominik kam ebenfalls gut durch hatte aber bereits 4 Minuten Rückstand auf die Führungsgruppe mit Niklas. Normans Gruppe in der sich auch Bartosz wiederfand hatte weitere 3 Minuten Rückstand. Der tapfer kämpfende Ian hatte eine weitere Minute im Gepäck.

Niklas lief klug verhalten an bekam aber trotzdem im weiteren Verlauf Magenprobleme. Ganz vorne machten die KondiusMan Sieger Franz Löschke und Christian Prochnow die Sache unter sich aus und ließen Will Clarke, Ivan Vasiliev und Jonathan Zipf keine Chance.

Niklas biss sich durch und holte in seinem ersten Rennen über die Olympische Distanz die beste Platzziffer (26) für das Neuköllner Team! Dominik drehte unglaublich auf und lief mit einer glatten 33:00 auf Platz 28 vor! Norman bestätigte seine gute Laufform und kam auf Platz 46 rein. Höchsten Respekt auch für Ians Leistung, der mit unerschütterlicher Moral mit 33:21 hinten drauf nochmal 10 Plätze gutmachte und auf Platz 48 ins Ziel kam. Bartosz hatte sich eine Blutblase gelaufen und war am Ende nicht zufrieden mit dem Rennverlauf.

In der Tageswertung holte sich das Berliner Team einen von den Experten nicht erwarteten 8.Platz von insgesamt 15 Teams. Das ist mehr als respektabel!

In der DM-Wertung Elite wurden Niklas (16.), Dominik (18.), Norman (34.) und Ian (36.). Wer die Ergebnislisten der Deutschen Meisterschaften der Elite verfolgt in den letzten zwanzig Jahren verfolgt hat, wird erkennen, dass das eine einmalige Bilanz für den Berliner Triathlonsport ist!

In der U23-Wertung wurde Niklas (9.), Norman (20.) und Ian (21.)

Bericht und Bundesligaergebnisse | Ergebnisse DM

Joachim Herrgesell